Scheren und Waschen

Nach der Sommerfrische auf der Alm kommen die Schafe im Herbst zurück auf dem Hof.

Bauer und Bäuerin freuen sich schon darauf, die Schafe zu scheren und die Schafwolle zu waschen.

Mischen

Wir Naturwoll-Leut’ verarbeiten noch lanolinhaltige Wolle von Südtiroler Schafen, dem weißen Tiroler Bergschaf, dem Schwarz-Braunen Bergschaf und dem Villnösser Schaf.

Schon in der Bronzezeit entstanden die verschiedenen Braun- und Grautöne durch Mischen der Wolle verschiedenfarbiger Schafe.

Und wir machen es genauso. Unsere Wolle von Südtiroler Schafen wird nicht gefärbt, nur gemischt.

Zupfen

Nachdem die verschiedenfarbige Rohwolle in Schichten ausgebreitet ist, wird die Schafwolle bei Naturwoll in Südtirol mit der Zupfmaschine gemischt und gezupft, damit sie schön flauschig wird und sich gut kardieren (kämmen) lässt.

 

Kardieren

Zum Kardieren gab es früher auf jedem Bauernhof kleine Handkardatschen. Im Haus Naturwoll steht zu diesem Zweck seit über 200 Jahren eine Kardiermaschine, das Glanzstück unseres Betriebes. 

Mit ihr wird heute noch feines Wollvlies hergestellt, das als Füllmaterial für Naturwoll Betten und Kissen oder zum Filzen und Handspinnen dient.

Spinnen

Schon in der Jungsteinzeit verwendete man eine Spindel, um aus der Wolle einen Faden zu spinnen.

Seit dem 16. Jh. wurde dafür ein Spinnrad benutzt. Früher stand in fast allen Bauernstuben ein solches Spinnrad. Heute braucht es dazu eine Spinnmaschine. Das feine Wollvlies wird in dünne Streifen zerteilt und es entsteht ein weiches Vorgarn. Nun wird das weiche Vorgarn durch die Drehung zu einem festen Faden versponnen. Beim Spinnen der Schafwolle werden zwei Fäden zusammengezwirnt und es entsteht schließlich das typische Stickgarn.

 

Verarbeitung zu Loden

Auch die Kunst des Webens ist schon seit der Jungsteinzeit bekannt, allerdings nur mit primitiven Geräten. Den Webstuhl, wie wir ihn heute kennen, gibt es seit dem Mittelalter. Auf jedem Bauernhof war ein solcher Webstuhl. Damals gingen die Weber von Hof zu Hof und verwoben die wertvollen Wollfäden zu strapazierfähigem Stoff. Dieses Gewebe wurde damals wie heute noch zusätzlich gewalkt.

Beim Walken nützt man die einzigartige Fähigkeit der Schafwolle, durch Wärme, Druck und Feuchtigkeit zu verfilzen.

Diese natürliche Verarbeitung zu Loden, wie der Stoff seit jeher genannt wird, erhöht die Strapazierfähigkeit der Schafwolle wesentlich.

Der Loden war damals in der täglichen Bekleidung nicht wegzudenken und erfreut sich heute immer größerer Beliebtheit.

Verarbeitung zu Matratzenauflagen, Decken und Teppichen

Bei der Verarbeitung unserer Matratzenauflagen, Decken und gewalkten Teppichen werden die lanolinhaltigen Wollfäden durch ein aufwendiges Webverfahren zuerst dicht ineinander verwoben und dann gewalkt.

Beim Walkvorgang nützt man die einzigartige Fähigkeit der Schafwolle, durch Wärme, Druck und Feuchtigkeit zu verfilzen. Durch diesen natürlichen Vorgang wird die Strapazierfähigkeit wesentlich erhöht und das Gewebe noch dichter.

Schließlich werden die aus Schafwolle entstandenen wertvollen Matratzenauflagen, Decken und Teppiche noch aufgeraut, d.h. so lange gebürstet bis die Oberfläche schön flauschig wird.